Mit ‘Dialog’ getaggte Artikel


20. Januar 2013

Leise Menschen – ein Thema fürs Radio

Heute war ein besonderer Tag:

Mit Verena Gonsch von NDR Info hatte ich eine ganze Stunde Air Time zum Thema intro- und extrovertierte Kommunikation. Das Radio ist ein wunderbares Medium: Man spricht in einem ruhigen Studio in aller Ruhe miteinander – und hinterher fühlt es sich komisch an, wenn das Ergebnis in die ganze Welt übertragen wird.

Es ging um leise Kinder und laute Partner, introvertierte Führungskräfte und extrovertierte Meetings, Länder mit intro- und extrovertierter Kultur – und auch um die Frage, warum die Welt Intros und Extros braucht!

Wenn Sie hineinhören wollen:  Hier ist der Podcast! Sylvia Löhken im Gespräch auf NDR Info.


20. Dezember 2012

Merry Christmas, Doctor Reiss! Feiern mit den 16 Lebensmotiven (und mit Tante Trude)

Persönlichkeitsprofile gibt es viele – doch keines hat mich bisher so überzeugt wie das Reiss Profile. Nach diesem Modell bestimmen 16 Lebensmotive in ihrer Ausprägung  das, was uns im Leben wichtig und sinnvoll erscheint, wovon wir viel und wovon wir nicht so viel haben wollen.  Was wir schätzen und womit wir Probleme haben. Was wir brauchen und was überhaupt nicht. Eigentlich sind es sogar 32 Motive, denn jedes der 16 Einzelstücke hat in hoher oder niedriger Ausprägung andere Vorlieben zur Folge. (Die mittlere Intensität ist nicht in gleicher Weise wichtig – allenfalls als Trend.) Wer die 16 Lebensmotive eines Menschen in ihren verschiedenen Ausprägungen ansieht, erhält ein Motivationsbild, das fast so einzigartig ist wie ein Fingerabdruck.

Was diese 16 Lebensmotive mit Weihnachten zu tun haben? Sie werfen zum Beispiel ein Licht auf die unterschiedlichen Wünsche, Vermeidungsstrategien und Genüsse, die das Fest mit sich bringen kann – je nachdem, welche Motive für unser Leben wichtig sind. Aus diesem Blickwinkel ist Weihnachten wie gemacht als Beispiel: ein und dasselbe Fest für viele, aber in seiner Bedeutung für jede(n) einzigartig. Natürlich sind die Beispiele holzschnittartig und nicht immer gaaaanz ernst gemeint. Aber sie helfen, andere Perspektiven zu verstehen. Zum Fest der Liebe gar nicht so schlecht…

Es folgen also hiermit: Weihnachtsstimmungsbilder aus den Perspektiven der 16 Motive, jeweils hoch und niedrig ausgeprägt. (Ausrufezeichen: Hoch ist nicht besser als tief – es verweist nur auf andere Vorlieben und Bedürfnisse! Ich skizziere beide Ausprägungen, hoch und tief, ganz kurz in Klammern.)

Motiv 1: MACHT (führen und leisten wollen bzw. sich an anderen orientieren)
hoch: Dieses Jahr gibt es ein tolles Fest – ich organisiere alles ganz nach meinen Vorstellungen! Und Tante Trude muss sich halt mal anpassen.
tief:  Dieses Jahr werde ich es allen so richtig schön machen und für sie da sein. Gerade Tante Trude wird das guttun.

Motiv 2: UNABHÄNGIGKEIT (frei bzw. emotional verbunden sein)
hoch: Weihnachten? Am liebsten weit weg von der Sippe. Vor allem von Tante Trude.
tief: Endlich ist wieder einmal der ganze Clan zusammen. Sogar Tante Trude kommt.

Motiv 3: NEUGIER (viel wissen bzw. praktisch handeln und umsetzen wollen)
hoch: Eine gute Gelegenheit, einmal etwas über die Jahresendsitten in aller Welt zu erfahren. Ich frage mal Tante Trude, die kennt sich aus.
tief: Ich rufe jetzt Tante Trude an – sie kann mir sicher sagen, wie ich diese blöde Gans doch noch braun bekomme.

Motiv 4: ANERKENNUNG (perfekt sein wollen bzw. selbstsicher ohne Außenbestätigung sein können)
hoch: Die anderen werden Augen machen – so einen absolut authentischen bayerischen Weihnachtsbaum haben sie noch nicht gesehen. Nicht einmal Tante Trude.
tief:  Hehe, YouTube ist toll: 10 Dinge, die Sie nicht tun sollten, wenn Sie Weihnachten feiern. Bringt mich auf ganz neue Ideen für den Umgang mit Tante Trude!

Motiv 5: ORDNUNG (organisiert bzw. flexibel sein wollen)
hoch: Super – bis zum 20. Dezember habe ich die Geschenkeliste dann ohne Stress abgearbeitet. Und ich habe noch Zeit, Tante Trude zum Kaffee zu besuchen.
tief: (googelt am 23.12., wie lange die Geschäfte Heiligabend geöffnet haben. Fragt sich, ob Tante Trude auch zur Feier kommt und ein Geschenk braucht.)

Motiv 6: SPAREN/SAMMELN (aufheben bzw. möglichst frei von Besitz sein wollen)
hoch: (holt die vier Kisten mit Baumschmuck aus vier Generationen aus dem Keller. Denkt an Tante Trudes noch größere Sammlung.)
tief: Ich dekoriere den Baum mit Zuckerstangen, Marshmallows und Spekulatius. Die brauche ich nicht einmal abschmücken. Vor allem dann nicht, wenn Tante Trude zuschlägt.

Motiv 7: EHRE (Werte einhalten bzw. frei von Prinzipien sein wollen)
hoch: Wie schön es ist, jeden Heiligabend die Familientradition  zu pflegen – und Tante Trude hat eben Pech, wenn sie keinen Kartoffelsalat mag.
tief:  In diesem Jahr könnte ich mal zur Best-Tattoo-Big-Booze-Xmas-Party – und Tante Trude habe ich damit auch vom Hals!

Motiv 8: IDEALISMUS (Gerechtigkeit für alle bzw. für die eigene Person)
hoch: So viele Menschen haben es Weihnachten gar nicht gut – ich frage Tante Trude, ob wir vor der Bescherung etwa für die Suppenküche machen.
tief: Mit etwas Glück kann ich mich verdrücken und ein Nickerchen halten, wenn die anderen Eintopf für die Suppenküche machen. Nur Tante Trude darf mich nicht erwischen.

Motiv 9: BEZIEHUNGEN (lieber mit Menschen zusammen bzw. lieber allein sein)
hoch: Alle Feiertage mit schönen Einladungen und Events gefüllt – wunderbar! Nur bei Tante Trude wird es etwas öde sein.
tief: Endlich Zeit zum Lesen. Und zum Spazierengehen. Nur der Besuch bei Tante Trude muss wohl sein. Sonst könnte ich die Hütte in Finnland nur für mich mieten.

Motiv 10: FAMILIE (Fürsorge für Kinder bzw. Freiheit von Fürsorgeverpflichtungen)
hoch: Die leuchtenden Kinderaugen bei der Bescherung – ich freue mich jetzt schon. Und Tante Trude macht sicher Fotos von uns und den Kindern.
tief: Vielleicht kann das Kind ja am zweiten Weihnachtstag bei Tante Trude übernachten. Dann könnten wir zu der schicken Einladung von den Meiers.

Motiv 11: STATUS (überlegen sein bzw. eine(r) unter Gleichen sein)
hoch: Hoffentlich merkt sich Tante Trude, dass die Tasche von Gucci und nicht von Pucci sein soll.
tief: Jogginghosen! Kuschelsocken! Nur Tante Trude wird mal wieder aufgebrezelt einlaufen.

Motiv 12: RACHE/WETTKAMPF (Gewinner sein bzw. Ausgleich anstreben)
hoch: Dieses Jahr haben wir die Meiers klar abgehängt in Sachen Weihnachtsdeko. Sagt sogar Tante Trude.
tief: Vielleicht könnten wir ja die Meiers zum Weihnachtskaffee einladen. Wir haben den Sinn für schöne Weihnachtsdeko gemeinsam. Und Tante Trude findet sie auch nett.

Motiv 13: EROS (sinnlicher Genuss bzw. sinnliche Askese)
hoch: Endlich wieder mit allen Sinnen genießen: Die Lichter! Das Essen! Die Musik! Und  Tante Trude ist für ihr Alter immer noch ein ganz schön heißer Feger.
tief: So ein Aufriss zu Weihnachten. Was kann man schon groß anderes tun als sonst? – Tante Trudes roter Lippenstift ist übrigens gewöhnungsbedürftig!

Motiv 14: ESSEN (Essen genießen bzw. nur Hunger stillen)
hoch: Das ultimative 5-Gang-Menü aus dem Feinschmeckermagazin: Weihnachten rockt! Und Tante Trude kann einen zweiten Nachtisch mitbringen.
tief: Hauptsache, die Meute wird irgendwie satt. Ein Eintopf ist doch zünftig. Mit Tante Trudes Würstchen aus der Dose, was soll’s.

Motiv 15: KÖRPERLICHE AKTIVITÄT (fit sein und sich bewegen bzw. sich ausruhen)
hoch: Alle Jahre wieder: Weihnachtsbaumschlagen mit der Säge. Und dann am zweiten Feiertag mit den Skiern auf die Loipe. Aber was machen wir mit Tante Trude?
tief: Weihnachten darf man sich ausruhen. Das Leben ist hektisch genug. Nur Tante Trude will bestimmt wieder joggen gehen. Verrücktes Huhn.

Motiv 16: EMOTIONALE RUHE (vorsichtig bzw. riskant handeln)
hoch: Bei Glatteis bleiben wir lieber zu Hause. Das muss Tante Trude dann eben verstehen.
niedrig: Wir nehmen das selbstgebastelte Tischfeuerwerk als Überraschung mit zu Tante Trude und probieren es aus. Bis Silvester haben wir dann noch Zeit, um für Nachschub zu sorgen.

 

Für die kommenden Weihnachtstage wünsche ich Ihnen lauter Momente, die Sie mit Ihren eigenen Lebensmotiven glücklich lächeln lassen: sei es dankbar oder genussvoll, überrascht oder gerührt. Und mögen Sie 2013 all das, was Ihnen wichtig und wertvoll ist, aus vollem Herzen leben können. Was kann es Schöneres für Sie selbst geben? Und für die Menschen um Sie herum? Ach ja, grüßen Sie Tante Trude!

 

 


18. Juni 2012

Leise Kunst

Die Folgen eines Buches sind unabsehbar, wenn es einmal in die Öffentlichkeit entlassen ist. Ein Buch ist nicht nur Kommunikation, sondern es stiftet auch welche. Ich freue mich über den Austausch mit spannenden, klugen Menschen mit interessanten Profilen und unglaublichen Ideen. Ein Beispiel, das sich besonders gut visualisieren lässt, ist das Gespräch mit Angelika Bungert-Stüttgen, einer außergewöhnlichen Innenarchitektin und Künstlerin mit dem aussagekräftigen Twitter- und Markennamen Freiraumfrau. Das so besonders Sichtbare an unserem Austausch ist ein Kunstwerk, das Angelika geschaffen hat. Unser bevorzugtes Thema wird dadurch auf eine ganz neue Weise zugänglich:

 

Introvertiert und extrovertiert

Ich bin sehr beeindruckt. Und ganz bald wird dieses besondere Viereck hinter meinem Schreibtisch einen Ehrenplatz bekommen. Ich suche nur noch den richtigen Rahmen…

 


06. Mai 2012

Toolbox Gespräche (2): Wie Sie introvertierte Gesprächspartner erreichen

Abgelegt in leiser Mensch

Im letzten Post habe ich darüber geschrieben, wie leise Menschen ein Gespräch mit extrovertierten Ansprechpartnern gestalten können. Heute also der zweite Teil aus umgekehrter Perspektive: Wie rede ich als Extra mit einer introvertierten Persönlichkeit?

Wenn Sie wissen wollen, ob Sie selbst eher introvertiert oder extrovertiert sind, können Sie das hier herausfinden.

Wie stellen Sie sich als extrovertierter Mensch im Gespräch auf einen “Intro” ein?  Die Antworten auf diese Frage haben zwei Teile. Erstens lernen Sie ein spezielles Intro-Bedürfnis kennen. Zweitens erfahren Sie, wie Sie dieses Bedürfnis im Gespräch berücksichtigen – und damit optimal auf Ihr Intro-Gegenüber zugehen können.

Intro-Bedürfnis 1: Zeit

Intros haben messbar längere “Leitungen” im Hirn. Viele schätzen es außerdem, im Gespräch genügend Zeit zum Nachdenken zu haben, um Informationen sorgfältig und in Ruhe zu verarbeiten.

Extro-Strategie 1: Schweigen

Eine Pause machen und abwarten: Das kann für einen Extro schwer werden. Dennoch: Es lohnt sich. Bedenken Sie: Ihr Tempo ist nur eines von vielen möglichen. Ihr Gegenüber denkt intensiv darüber nach, was Sie gesagt haben. Die Antwort wird geprüft, fundiert und von allen Seiten überlegt sein. Davon können Sie profitieren. Atmen Sie also durch. Halten Sie ruhigen, freundlichen Blickkontakt und vermeiden Sie Signale der Ungeduld – vor allem mit den Fingern oder den Füßen. Sie ahnen schon: Signale von Langeweile sorgen bei Ihrem Gegenüber für Stress. Und Stress blockiert Kreativität und leichtes Denken. Jedenfalls bei uns Intros…

Intro-Bedürfnis 2: Substanz

Intros lieben es, den Dingen auf den Grund zu gehen und sich für längere Zeit auf eine Sache zu konzentrieren. Entsprechend schätzen sie einen ausführlichen, substanzreichen Austausch über ein Thema meist eher als ein häufiges Wechseln von einem Thema zum nächsten.

Extro-Strategie 2: Abwechslung in einem Bereich suchen

Sicher, Sie langweilen sich, wenn Ihr Gegenüber zu viele Details zu einem Thema zur Sprache bringt. Andererseits ist ein ausführliches Verbleiben in einem Bereich auch eine wunderbare Gelegenheit, ein Thema einmal gründlich anzusehen. Die allermeisten Themen haben viele spannende Facetten. Das Ergebnis kann ein bereicherndes Gepräch mit echtem Tiefgang sein, an das Sie gern zurückdenken.

Nutzen Sie also Ihren Intro-Kontakt, um bewusst längere Zeit bei einem Thema zu bleiben. Dabei soll das Gespräch für alle Beteiligten interessant sein. Überlegen Sie also: In welche Richtung sollte das Gespräch gehen, um für Sie interessant zu sein? Wenn sich Ihr Gesprächspartner in Einzelheiten verliert (das ist eine häufige Versuchung beim Bohren dicker Bretter), so fassen Sie zusammen oder stellen Sie gezielt Fragen, um wieder zum roten Faden zurückzuleiten. Und natürlich können Sie in einen Bereich leiten, den Sie selbst spannend finden, und das Thema so vertiefen. Fragen Sie also bei einem Austausch über Bordeaux-Wein ruhig nach, wenn Sie der Vergleich verschiedener Jahrgänge langweilt: Welche vergleichbar guten Weine gibt es noch in Europa? Und was trinkt Ihr Gegenüber persönlich am liebsten? Und warum?!

Viel Freude beim Ausprobieren.


 


22. April 2012

Toolbox Gespräch (1): Wie Sie extrovertierte Gesprächspartner erreichen

Abgelegt in leiser Mensch

Der Austausch zwischen Introverierten und Extrovertierten ist ein Diversity-Thema: Da beide Persönlichkeitsausprägungen unterschiedlich “ticken”, verhalten sie sich auch im Gespräch unterschiedlich. In diesem (und dem nächsten) Artikel geht es deshalb um die Frage: Wie rede ich als Intro mit einem Extro – und wie als Extro mit einer Intro?

Wenn Sie wissen wollen, ob Sie eher introvertiert oder eher extrovertiert sind, können Sie das mit meinem Online-Test leicht herausfinden. Und falls Sie sich als  “Zentro” in der Mitte wiederfinden, also zwischen den beiden Ausprägungen liegen, dann sollte die Sache einfach sein: Sie können sich meist auf Intros und Extros gut einstellen.

Heute geht es um die Frage: Wie können Sie sich als introvertierte Persönlichkeit im Gespräch mit einer extrovertierten Person bestmöglich verständigen? Die Antworten haben zwei Teile. Erstens lernen Sie ein typisches Extro-Bedürfnis kennen (ja, Kommunikation hat oft etwas von Fremdsprachenlernen :-) ). Zweitens erfahren Sie passend zu dem jeweiligen Bedürfnis, was Sie genau tun können, um es im Gespräch zu berücksichtigen. Dabei gilt: Sie sollen sich selbst nicht verbiegen, sondern sich nur auf Ihr Extro-Gegenüber einstellen.

Extro-Bedürfnis 1: Tempo

Extros haben buchstäblich kürzere “Leitungen” im Hirn und bevorzugen im Gespräch einen zügigen Austausch.

Intro-Strategie 1: Verbalisieren

Das bevorzugte Tempo Ihres Gesprächspartners soll Sie auf keinen Fall daran hindern, wie gewohnt gründlich nachzudenken. Gerade wegen dieser Gründlichkeit kommen Sie ja auf gute, durchdachte Lösungen. Denken Sie aber daran, dass Ihr Gegenüber innerlich von einem Fuß auf den anderen tritt, solange nur in Ihrem Kopf etwas passiert, außerhalb aber nichts. Tun Sie deshalb zweierlei:
1. Sehen Sie Ihr Gegenüber an und behalten Sie so den Kontakt.
2. Schicken Sie “Zwischenmeldungen”: Das kann eine Frage zu einem Detail sein, aber auch ein “Moment, lassen Sie mich kurz überlegen!” Wenn Sie beim Denken einen soliden Zwischenstand erreicht haben, ist auch der eine gute Zwischenmeldung.  Dann hat auch Ihr Gesprächspartner wieder etwas zum Verarbeiten. Wenn Ihr Gesprächspartner Sie bewusst mit Tempo unter Druck setzt (etwa durch ungeduldiges Nachfrage in einer Verhandlung), so können Sie auch um Bedenkzeit bitten.

Extro-Bedürfnis 2: Abwechslung

Extros brauchen Abwechslung – auch im Austausch mit anderen. Ausgedehnte Diskussionen über einzelne Punkte strengen sie an.

Intro-Strategie 2: Strategie statt Details

Ihre Gründlichkeit im Detail und Ihre Fähigkeit, “dicke Bretter zu bohren”, sind große Pluspunkte. In der Kommunikation mit Extros funktionieren sie allerdings oft nicht gut. Die Folgen: Langeweile und Ungeduld.

Überlegen Sie deshalb vor Ihrer Aussage: Was ist jetzt wesentlich? Verlieren Sie sich nicht in Einzelheiten. Geben Sie lieber einen roten Faden vor. Etwa so: “Ich finde, wir sollten dabei zweierlei berücksichtigen…” Wenn Ihr Gesprächspartner zu einem anderen Aspekt springt, können Sie später wieder zu diesem Faden zurückkommen: “Lassen Sie uns noch einmal auf X zurückkommen.” Das schafft für Sie beide Sicherheit und Überblick.

Viel Freude beim Ausprobieren!

 

 

 


11. Juni 2011

From ‘THREES’ to ‘TRES’: Essential ingredients in a presentation

This is my first guest blog entry: Please welcome John Kluempers, Ph.D., aka @johnkluempers ! John is not only textATRIUM’s skillful leader in all matters smelling like scientific presentation – he is also my husband of whom I am still verrry convinced after 15 years. What I want to say is: He is really good. I mean, he is able to both live AND work with me!

This is what John says:

This week I attended a comedy workshop to find out what humor elements and techniques I could possibly integrate into my own presentations and seminars for budding scientists. I don’t know how much humor I’ll put into my workshops, but the comedy writer Mel Helitzer’s ‘THREES’ parameters (there are six of them in fact) got me thinking. They are as follows:

Target

Hostility

Realism

Exaggeration

Emotion

Surprise

In any sketch, any joke, any routine, these six elements have to be present for the comedy to have its intended effect – namely, to be funny. Monty Python were the masters of ‘THREES,’ as can be seen in one of the first scenes from ‘Life of Brian.’ (In fact, any Monty Python scene fulfils the THREES criteria.)

ALL the elements that Helitzer preaches for comedy, certainly don’t work for a keynote speech, a PowerPoint presentation to your boss, or presenting the newest results from your research. Both hostility and exaggeration can greatly detract from your likeability and credibility. In a more formal setting where your profession (and not your stand-up prowess) is on the line, hostility and exaggeration should be left out, leaving us with this list.

Target

Hostility

Realism

Exaggeration

Emotion

Surprise

We are conveniently left with the ‘TRES’ parameters: the basic ingredients for VERY good (hello, French community!) presentations.

These four remaining parameters can be split into two kinds: the rational variety (target, realism) and variety of feeling (emotion, surprise).

Let me start with the rational variety. How should we understand the target? Quite simply, every presentation must have a single, misunderstandable meaning, or what is known in the parlance as the take-home message. This could be finding a cure to a disease, developing a better logistics plan, or earning more money. And although the message can be quite rational to the point of being dry, it by no means must be devoid of feeling. Human nature is emotive.

Realism: This is obvious. The listener must be able to follow the presentation. She mustn’t think something is being withheld or is not achievable. If you have a gut feeling that what the speaker tells you doesn’t hold water, then it likely lacks realism. (Click here)

These first two parameters appeal to the left hemisphere of our brain. You know, the one we think with analytically. The one that likes facts. Data. Numbers.

However, if the rational model, like homo oeconomicus for example, was so foolproof, why do we experience economic bubble after economic bubble? Because far too often we don’t pay attention to the right cerebral hemisphere. This part of our brain is concerned about aesthetics and is in touch with our emotions. We see what others are doing and jump in, even if good ol’ common sense tells us we are making a mistake. We like something that is more expensive, but looks good (an Apple iPod. Click here for Steve Jobs’s introduction of the very first one. And be amazed how little thrilled us then). Even though we know quite well that a run of the mill copy would cost just a fraction and more or less do the same thing – play back music. Apple gadgets generate emotion. People feel good when they have one, so they buy it.

Presentations, like Apple products, generate emotion. Even if it is one of boredom. But other emotions, like happiness, excitement, even fear, keep us riveted. We want to hear the solution to a problem. We want to know about the cure to a disease. We want to find out what’s behind a door. Every speaker must be aware of feelings, and while not manipulating emotions, must bring emotion, at least their own enthusiasm, into a presentation.

Finally, it is surprises that keep your audience on the edge of their seats, activate their minds, and, if tied in correctly, help them remember your message better. Your listeners probably have certain expectations. You have something that contradicts these assumptions. Or maybe YOU had certain expectations and discovered just the opposite. Let your audience know this, particularly if they don’t possess deep knowledge over your subject.

By keeping these four parameters in mind – target, realism, emotion, and surprise – you’ll find your future presentations reach a higher level. You’ll be far more successful. Your audience will be more appreciative and not want to do this.


09. April 2011

Mein neuer Salon: die Marktgespräche

Abgelegt in Marktgespräche

Damals in Berlin hatte ich einen Salon: Alle vier Wochen trafen sich in meinem Charlottenburger Wohnzimmer Menschen zum Austausch, die sich sonst nie begegnet wären. Jeder Termin hatte sein Thema. Es gab Zimmerausstellungen, Buchvorstellungen, Kammerkonzerte, Vorträge und Tango-Sessions.

Dann kam die Zeit in Japan, und ich verlegte mich auf Abendessen mit interessanten Menschen. Ein Konzept, das ich immer noch mag. Aber das richtige Salongefühl ist erst seit gestern wieder glücklich aufgetaucht. Seit gestern nämlich ist mein Büro Ort der “Marktgespräche”: An den Bonner Markt lade ich Menschen ein, die sich Gedanken machen – nur wenige, maximal zwölf sollen es sein. Und diese Menschen machen sich ihre Gedanken einen Abend lang gemeinsam.

Der gestrige Abend stand unter dem Thema Älter werden. Elf Frauen zwischen 40 und  60 sprachen über heikle und offene Fragen, die eine Freundin (Danke, liebe @frauenpower !) und ich vorbereitet hatten.  Es wurde ein langer, tiefer Abend, den wohl keine von uns so schnell vergessen wird.

Für die nächsten Marktgespräche habe ich schon Ideen: Humor in der Wissenschaft steht ganz oben auf der Liste. Dann wird es auf jeden Fall einen Abend speziell für leise Menschen und ihre Kommunikation geben: mein Lieblingsthema.

Wenn Sie eine Einladung bekommen,  liebe Leserin und lieber Leser: Bitte sagen Sie zu. Sie sind ganz persönlich gemeint,  eine(r) von zehn oder zwölf Personen. Oder haben Sie ein Thema für ein Marktgespräch? Dann freue ich mich über eine Nachricht…


21. März 2011

Wie können wir in Japan helfen?

Emotionale Erschütterung ist die eine Sache. Aktives Handeln die andere. Die Kunst: Das eine mit dem anderen sinnvoll zu verbinden – so dass sich etwas zum Besseren verändern kann.

Es gibt viele Arten, wie wir jetzt in Japan helfen können. In unserer Familie sind wir übereingekommen, dass wir möglichst schnell und möglichst konkret denen beistehen wollen, die jetzt ohne Dach und schutzlos in Notunterkünften leben.

Eine beeindruckende Aktion ist Shelterbox – bestens erklärt unter http://www.shelterbox.de

Mit den Boxen bekommen die Menschen im Norden Honshus genau das, was jetzt gerade zum Überleben wichtig ist. Spenden können Sie direkt auf der angegebenen Website – aber auch mit persönlichem Bezug: Die Frau @ApfelMuse (die engagierte Unternehmerin Andrea Juchem) hat mit Hilfe von Twitter und betterplace.org eine entsprechende Sammelaktion für Shelterbox gestartet:

http://de.betterplace.org/groups/ShelterBox2_Japan

Dorthin haben wir auch gespendet und lassen unsere guten Wünsche mit den Boxen in den Osten reisen…

Eine weitere Shelterbox-Aktion, die ich aus Twitter kenne, ist die von @mellcolm:

http://de.betterplace.org/groups/shelterbox_mellcolm_friends

Minasan gambare!


18. Juli 2010

Über Ferien, Rumbossen und Freiheit. Ein Gespräch mit Herrn Sohn.

Abgelegt in Familie, leiser Mensch

Herr Sohn (11) und ich haben uns gerade über die Ferienzeit unterhalten. Hier ein Ausschnitt.

Herr Sohn: Ich finde, die Ferien sollen dazu da sein, dass ich tun kann, wozu ich Lust habe. Freiheit!!

Ich: Hm. Und wenn du Lust bekommst, die Wohnung anzuzünden?

Herr Sohn: Neiiin! Ist doch klar, dass ich so was nicht meine. Und ich wohne ja schließlich auch hier. Nein – ich will einfach ohne Befehle leben!

Ich: Das klingt so, als würden wir dich nur rumbossen…

Herr Sohn: Ja, das kommt mir auch so vor.

Ich: Nenn’ doch mal Beispiele!

Herr Sohn: Immer soll ich alles sofort machen, wenn du es sagst. Zum Beispiel aufräumen.

Ich: Ich habe gelernt, dass du das Aufräumen vergisst, wenn du es nicht sofort erledigst.

Herr Sohn: Stimmt ja auch manchmal. Aber wenn du mich dann erinnerst, dann hört sich deine Stimme so streng an. Und dann denke ich eben, du willst mich rumbossen.

Ich: Die strenge Stimme finde ich ganz logisch. Wer spielt schon gern einen Wecker mit Erinnerungsfunktion?

Herr Sohn: Lass’ mich doch meine eigene Tagesplanung machen! Du kannst dann sagen, was dir wichtig ist – also zum Beispiel aufräumen oder so. Und ich bestimme alles andere und die Reihenfolge auch.

Ich: Oh – hört sich gut an. Bedeutet das jetzt, dass eigene Planung dich freier macht? Also Boss sein statt rumgebosst zu werden?

Herr Sohn: Ja. Das Geplante dann auch zu tun, das ist natürlich wieder eine andere Geschichte…

Ich: Fang einfach mal an!


02. Juni 2010

Mein neues Büroschild

Ich hätte nie gedacht, dass ich mich so freuen würde, als es heute neben dem Eingang seinen Platz fand. Es ist ja nur ein kleines Ding.

Und doch: Es ist auch ein missing link, das wie ein letztes Mosaiksteinchen einen großen Veränderungsprozess abrundet, der diese Frühjahrsmonate geprägt hat:
neue Website, neue Büroräume, neue Möbel, neue Printmaterialien, neue Slides, neues Buch, neuer Blog (sic!) – tja, und eben ein neues Schild.

Meine Twitter-Begleiter haben spontan öffentlich und privat mit mir gefeiert – Danke!
Ich habe mir gerade als Andenken ein Paar knallroter Schuhe gekauft, auf denen ich auch äußerlich schwebe. Design: nicht leise. Und gut!

Hier ist das gute Stück...

Hier ist das gute Stück…