Mit ‘leiser Mensch’ getaggte Artikel


03. März 2013

Leise Menschen für die Ohren

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Wer gern über die Ohren lernt oder wer es schätzt, beim Autofahren oder Bügeln Neues zu hören, kann die “Leisen Menschen” jetzt auch hören:
Seit einigen Tagen gibt es auch das Audiobook “Leise Menschen – starke Wirkung”:
6 CDs, von professionellen Schauspielern gesprochen.

Ich gebe zu: Es ist ein merkwürdiges Gefühl, die eigenen (geschriebenen) Worte gesprochen zu hören. Das Buch hat sich in gewisser Weise verselbstständigt. Aber vielleicht ist es wie bei Kindern: Das Selbstständigwerden ist eine gute Sache…

 

Wenn Sie mögen, können Sie hier probehören. Und wenn Sie das Hörbuch bestellen möchten, haben Sie mehrere Möglichkeiten: Sie bestellen bei mir (Email an info@leise-menschen.com), Sie ordern im Buchhandel bzw. direkt beim Gabal-Verlag – oder Sie klicken einfach auf das Cover.

Einen kürzeren Ohrenschmaus gibt es auch: Am 27. Februar 2013 habe ich für die Sendung “Notizbuch” im Bayerischen Rundfunk mit Mathias Knappe gesprochen (ein Mann mit einer unglaublichen Stimmpräsenz!).
Wenn Sie nur das Interview hören wollen, finden Sie es hier.
Wenn Sie die gesamte Sendung interessiert, die sehr anschaulich den aktuellen Forschungsstand zur Introversion beschreibt, finden Sie den Zugang hier.

Viel Freude beim Hören!

 

 

 


20. Januar 2013

Leise Menschen – ein Thema fürs Radio

Heute war ein besonderer Tag:

Mit Verena Gonsch von NDR Info hatte ich eine ganze Stunde Air Time zum Thema intro- und extrovertierte Kommunikation. Das Radio ist ein wunderbares Medium: Man spricht in einem ruhigen Studio in aller Ruhe miteinander – und hinterher fühlt es sich komisch an, wenn das Ergebnis in die ganze Welt übertragen wird.

Es ging um leise Kinder und laute Partner, introvertierte Führungskräfte und extrovertierte Meetings, Länder mit intro- und extrovertierter Kultur – und auch um die Frage, warum die Welt Intros und Extros braucht!

Wenn Sie hineinhören wollen:  Hier ist der Podcast! Sylvia Löhken im Gespräch auf NDR Info.


19. November 2012

Vortragsrednerin des Jahres 2012

Seit gestern bin ich Vortragsrednerin des Jahres 2012.
Das Profi-Portal Vortragsredner.de vergibt den Titel jährlich an je einen Mann und eine Frau – ja, und die Frau bin diesmal ich. Begründet hat Stéphane Etrillard die Wahl der Jury hier.

Für mich war die Preisverleihung ein Moment, an den ich lange zurückdenken werde. Da wäre erst einmal die Auszeichnung selbst:

Und dann ist es schon ein Erlebnis der besonderen Art, Profis wie Stéphane Etrillard und Hermann Scherer persönlich zu treffen.

Beide Bilder stammen übrigens von der sehr beeindruckenden leisen Fotografin Rosemarie Hofer. Ich hoffe, ich werde sie für die Leise-Profis-Seite gewinnen können.

Nachtrag: Rosemarie Hofer ist jetzt auf der Leise-Profis-Seite, und sie passt ganz wunderbar dorthin!

 


06. Mai 2012

Toolbox Gespräche (2): Wie Sie introvertierte Gesprächspartner erreichen

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Im letzten Post habe ich darüber geschrieben, wie leise Menschen ein Gespräch mit extrovertierten Ansprechpartnern gestalten können. Heute also der zweite Teil aus umgekehrter Perspektive: Wie rede ich als Extra mit einer introvertierten Persönlichkeit?

Wenn Sie wissen wollen, ob Sie selbst eher introvertiert oder extrovertiert sind, können Sie das hier herausfinden.

Wie stellen Sie sich als extrovertierter Mensch im Gespräch auf einen “Intro” ein?  Die Antworten auf diese Frage haben zwei Teile. Erstens lernen Sie ein spezielles Intro-Bedürfnis kennen. Zweitens erfahren Sie, wie Sie dieses Bedürfnis im Gespräch berücksichtigen – und damit optimal auf Ihr Intro-Gegenüber zugehen können.

Intro-Bedürfnis 1: Zeit

Intros haben messbar längere “Leitungen” im Hirn. Viele schätzen es außerdem, im Gespräch genügend Zeit zum Nachdenken zu haben, um Informationen sorgfältig und in Ruhe zu verarbeiten.

Extro-Strategie 1: Schweigen

Eine Pause machen und abwarten: Das kann für einen Extro schwer werden. Dennoch: Es lohnt sich. Bedenken Sie: Ihr Tempo ist nur eines von vielen möglichen. Ihr Gegenüber denkt intensiv darüber nach, was Sie gesagt haben. Die Antwort wird geprüft, fundiert und von allen Seiten überlegt sein. Davon können Sie profitieren. Atmen Sie also durch. Halten Sie ruhigen, freundlichen Blickkontakt und vermeiden Sie Signale der Ungeduld – vor allem mit den Fingern oder den Füßen. Sie ahnen schon: Signale von Langeweile sorgen bei Ihrem Gegenüber für Stress. Und Stress blockiert Kreativität und leichtes Denken. Jedenfalls bei uns Intros…

Intro-Bedürfnis 2: Substanz

Intros lieben es, den Dingen auf den Grund zu gehen und sich für längere Zeit auf eine Sache zu konzentrieren. Entsprechend schätzen sie einen ausführlichen, substanzreichen Austausch über ein Thema meist eher als ein häufiges Wechseln von einem Thema zum nächsten.

Extro-Strategie 2: Abwechslung in einem Bereich suchen

Sicher, Sie langweilen sich, wenn Ihr Gegenüber zu viele Details zu einem Thema zur Sprache bringt. Andererseits ist ein ausführliches Verbleiben in einem Bereich auch eine wunderbare Gelegenheit, ein Thema einmal gründlich anzusehen. Die allermeisten Themen haben viele spannende Facetten. Das Ergebnis kann ein bereicherndes Gepräch mit echtem Tiefgang sein, an das Sie gern zurückdenken.

Nutzen Sie also Ihren Intro-Kontakt, um bewusst längere Zeit bei einem Thema zu bleiben. Dabei soll das Gespräch für alle Beteiligten interessant sein. Überlegen Sie also: In welche Richtung sollte das Gespräch gehen, um für Sie interessant zu sein? Wenn sich Ihr Gesprächspartner in Einzelheiten verliert (das ist eine häufige Versuchung beim Bohren dicker Bretter), so fassen Sie zusammen oder stellen Sie gezielt Fragen, um wieder zum roten Faden zurückzuleiten. Und natürlich können Sie in einen Bereich leiten, den Sie selbst spannend finden, und das Thema so vertiefen. Fragen Sie also bei einem Austausch über Bordeaux-Wein ruhig nach, wenn Sie der Vergleich verschiedener Jahrgänge langweilt: Welche vergleichbar guten Weine gibt es noch in Europa? Und was trinkt Ihr Gegenüber persönlich am liebsten? Und warum?!

Viel Freude beim Ausprobieren.


 


22. April 2012

Toolbox Gespräch (1): Wie Sie extrovertierte Gesprächspartner erreichen

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Der Austausch zwischen Introverierten und Extrovertierten ist ein Diversity-Thema: Da beide Persönlichkeitsausprägungen unterschiedlich “ticken”, verhalten sie sich auch im Gespräch unterschiedlich. In diesem (und dem nächsten) Artikel geht es deshalb um die Frage: Wie rede ich als Intro mit einem Extro – und wie als Extro mit einer Intro?

Wenn Sie wissen wollen, ob Sie eher introvertiert oder eher extrovertiert sind, können Sie das mit meinem Online-Test leicht herausfinden. Und falls Sie sich als  “Zentro” in der Mitte wiederfinden, also zwischen den beiden Ausprägungen liegen, dann sollte die Sache einfach sein: Sie können sich meist auf Intros und Extros gut einstellen.

Heute geht es um die Frage: Wie können Sie sich als introvertierte Persönlichkeit im Gespräch mit einer extrovertierten Person bestmöglich verständigen? Die Antworten haben zwei Teile. Erstens lernen Sie ein typisches Extro-Bedürfnis kennen (ja, Kommunikation hat oft etwas von Fremdsprachenlernen :-) ). Zweitens erfahren Sie passend zu dem jeweiligen Bedürfnis, was Sie genau tun können, um es im Gespräch zu berücksichtigen. Dabei gilt: Sie sollen sich selbst nicht verbiegen, sondern sich nur auf Ihr Extro-Gegenüber einstellen.

Extro-Bedürfnis 1: Tempo

Extros haben buchstäblich kürzere “Leitungen” im Hirn und bevorzugen im Gespräch einen zügigen Austausch.

Intro-Strategie 1: Verbalisieren

Das bevorzugte Tempo Ihres Gesprächspartners soll Sie auf keinen Fall daran hindern, wie gewohnt gründlich nachzudenken. Gerade wegen dieser Gründlichkeit kommen Sie ja auf gute, durchdachte Lösungen. Denken Sie aber daran, dass Ihr Gegenüber innerlich von einem Fuß auf den anderen tritt, solange nur in Ihrem Kopf etwas passiert, außerhalb aber nichts. Tun Sie deshalb zweierlei:
1. Sehen Sie Ihr Gegenüber an und behalten Sie so den Kontakt.
2. Schicken Sie “Zwischenmeldungen”: Das kann eine Frage zu einem Detail sein, aber auch ein “Moment, lassen Sie mich kurz überlegen!” Wenn Sie beim Denken einen soliden Zwischenstand erreicht haben, ist auch der eine gute Zwischenmeldung.  Dann hat auch Ihr Gesprächspartner wieder etwas zum Verarbeiten. Wenn Ihr Gesprächspartner Sie bewusst mit Tempo unter Druck setzt (etwa durch ungeduldiges Nachfrage in einer Verhandlung), so können Sie auch um Bedenkzeit bitten.

Extro-Bedürfnis 2: Abwechslung

Extros brauchen Abwechslung – auch im Austausch mit anderen. Ausgedehnte Diskussionen über einzelne Punkte strengen sie an.

Intro-Strategie 2: Strategie statt Details

Ihre Gründlichkeit im Detail und Ihre Fähigkeit, “dicke Bretter zu bohren”, sind große Pluspunkte. In der Kommunikation mit Extros funktionieren sie allerdings oft nicht gut. Die Folgen: Langeweile und Ungeduld.

Überlegen Sie deshalb vor Ihrer Aussage: Was ist jetzt wesentlich? Verlieren Sie sich nicht in Einzelheiten. Geben Sie lieber einen roten Faden vor. Etwa so: “Ich finde, wir sollten dabei zweierlei berücksichtigen…” Wenn Ihr Gesprächspartner zu einem anderen Aspekt springt, können Sie später wieder zu diesem Faden zurückkommen: “Lassen Sie uns noch einmal auf X zurückkommen.” Das schafft für Sie beide Sicherheit und Überblick.

Viel Freude beim Ausprobieren!

 

 

 


16. Februar 2012

Leise Menschen – jecke Zeiten

Weiberfastnacht in Bonn – der ideale Anlass, um einmal nachzufragen: Was tun leise Menschen in Karnevalszeiten (bzw. im Fasching und in der Fassnacht)?

Gestern habe ich genau das via Twitter (@LeiseMenschen) getan: Ich habe gefragt, ob und wie leise Menschen Karneval feiern. Die Antworten sind so vielseitig wie introvertierte Persönlichkeiten auch. Sie reichen vom “Kommt drauf an!” bis zum “Nie und nimmer!”; von der Flucht in selige Regionen ohne rote Nasen bis zum Kneipenkarneval mit Freunden. Auch Extro- und Zentrovertierte (Unterscheidung hier) fremdeln manchmal mit dem närrischen Brauchtum. Die karnevalistische Spielart des Humors ist wohl ähnlich wie Kümmel vor allem eines: Geschmacksache.

Wie gehen Sie als leiser Mensch nun am besten mit den jecken Zeiten um? Hier zwei Arten von Hinweisen – wählen Sie nach Ihrer persönlichen Neigung!

1. Sie mögen keinen Karneval.

Suchen Sie einen für Sie angenehmen Ort abseits des Trubels: ein Haus im Wald, eine norddeutsche Stadt, Ihre Wohnung. Tun Sie dort, was besser passt als laute Musik und Körperkontakt mit beschwipsten fremden Masken: Gehen Sie spazieren. Kochen Sie etwas Gutes. Lesen Sie dieses dicke Buch. Schreiben Sie ein Kapitel Ihres neuen Buches. Pflegen Sie einen Austausch, den Sie mögen. Ich fahre zum Beispiel mit einer sehr wichtigen Person nach Berlin und freue mich auf viele gute Gespräche und Treffen mit (wenigen) Freunden…

2. Sie mögen Karneval. (Oder Sie feiern anderen Menschen zuliebe mit.)

Achten Sie auf Ihren Energiehaushalt. Anders als die meisten extrovertierten Menschen brauchen Sie Ruhe und Rückzug zwischendurch. Sorgen Sie also für entspannte Auszeiten – sonst kommen Sie leicht in ganz unkarnevalistische Stimmungen, und am Aschermittwoch sind Sie urlaubsreif.

Wählen Sie die Anlässe gut aus.

- Ist der Kneipenkarneval mit Freunden einmal im Jahr das Besondere? Dann können Sie auf den Rosenmontagszug verzichten.

- Die Kinder wollen zum Kamellefangen? Lassen Sie sie das mit Freunden tun und wechseln Sie sich (bei jüngeren Kindern) mit anderen Eltern mit dem Dabeisein ab.

- Die wichtigste Person in Ihrem Leben will zur Faschingsparty? Gehen Sie mit – aber setzen Sie sich einen Zeitrahmen und planen Sie ihn mit dem Partner oder der Partnerin. Erstens vermeiden Sie so spätere Verstimmungen, zweitens können Sie getrennte Rückfahrten organisieren. Finden Sie auf der Party selbst die Menschen, die auch anderen zuliebe mitgekommen sind. Unter ihnen finden Sie womöglich inspirierende Gesprächspartner, völlig jenseits von Helau und Alaaf.

Machen Sie auch jecke Zeiten zu Ihren Zeiten. Sie sind es, wenn Sie wollen!


08. Januar 2012

Lesestoff für leise Menschen

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Manche Dinge sind erstaunlich. In jedem Persönlichkeitstest finden wir eine Unterscheidung, die offensichtlich wichtig ist:
Sind wir extravertiert (also wörtlich “nach außen gerichtet”) oder introvertiert (also “nach innen gerichtet”)? Doch welche Folgen dieser “kleine Unterschied” in der Kommunikation hat: Das bleibt undeutlich – besonders für Introvertierte, die oft sogar als defizitär dargestellt werden. Deshalb spreche ich lieber von leisen Menschen.

Nehmen wir einmal an, Sie sind ein leiser Mensch. Und nehmen wir außerdem an, Sie wollen einmal genauer wissen, wie Sie Ihre persönlichen Stärken im Gespräch mit anderen einsetzen können – oder auch, wie Sie mit Ihren Bedürfnissen und Ihren Schwierigkeiten umgehen, wenn es zum Beispiel darum geht, einen Vortrag zu halten oder neue Menschen kennenzulernen.

Viele Intros mögen es, solchen Fragen beim Lesen nachzugehen. Schriftliches liegt ihnen meist. Doch es gibt kein spezielles deutschsprachiges Kommunikationsbuch für leise Menschen. Deshalb habe ich eines geschrieben. Und am 1. Februar erscheint es!

 

Das Inhaltsverzeichnis und die ersten Seiten können Sie hier einsehen. Ich habe mich für eine Mischung entschieden: Grundsätzliche Informationen (Was ist ein leiser Mensch? Was kann er? Was braucht er?) führen zu praktischen Anwendungsmöglichkeiten (Wie lebt es sich gut mit einem extrovertierten Partner? Wie kann ein leiser Mensch artgerecht netzwerken? Wie punkten Intros in Diskussionen und Verhandlungen?). Vor allem aber ist “Leise Menschen” eines: ein Arbeitsbuch, das leisen Lesern über Fragen und Hinweise einen Weg zeigen will: den zu sich selbst.

Wer sich lieber (oder außerdem) in einem Sachbuch über die psychologischen und soziologischen Grundlagen introvertierter Persönlichkeitsmerkmale informieren will, dem empfehle ich Susan Cains aus dem Amerikanischen übersetztes Buch “Still. Die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt”.

 

Kürzer ist der vor einem Jahr erschienene Titelbeitrag “Die Stillen im Lande” von Anna Roming in der Zeitschrift Psychologie Heute (38. Jahrgang, Januar 2011,  Heft 1, Seite 20-27).

Zusammen mit meinem Buch erscheint im Februar bei Gabal ein Buch, das die amerikanische Autorin Devora Zack speziell zum Thema  Netzwerken für Introvertierte geschrieben hat:

 

Für all diejenigen, die digitale Ressourcen mögen: Meine neue Website leise-menschen.com ist fast fertig. Dort finden Sie in etwa zwei Wochen mehr zu leiser Kommunikation – unter anderem einen ausführlichen Test mit Online-Auswertung.

Ich freue mich sehr auf  den Austausch über leises Leben – und über das Zusammenspiel mit unseren extravertierten Partnern, Freundinnen, Kollegen und Vorgesetzten. Es ist an der Zeit, finde ich: Die Hälfte der Menschheit ist introvertiert!

 


20. Dezember 2011

Leise Momente: 15 kleine Oasen der Ruhe für die Feiertage

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Weihnachten kommt – und mit dem Fest für manchen leisen Menschen auch zu viel Unruhe, Überstimulation und zu austauschwütige Verwandte. Kleine Momente der Ruhe helfen dann, den Energiepegel ebenso wie die innere Balance zu sichern. Und so ermöglichen sie letztlich auch Begegnungen, die diesen Namen verdienen. Hier sind meine 15 Rezepte:

  1. Neben einem schlafenden Tier oder einem schlafenden kleinen Kind sitzen. Auf ihren Atem hören.
  2. Vor den anderen aufstehen und zum Frühstück Muffins backen.
  3. Eine halbe Stunde Yoga zwischendurch im Schlafzimmer.
  4. Einen Spaziergang über den Friedhof machen und auf einem Grab der Wahl eine Kerze aufstellen.
  5. Auf das letzte Blatt des Jahreskalenders in Stichpunkten aufschreiben, was Dich im letzten Jahr besonders beschäftigt hat – und wofür Du dankbar bist. (Geht auch auf dem iPod.)
  6. He Shall Feed His Flock aus Händels Messias hören. Gegebenfalls mit Kopfhörer.
  7. Mit Kamera oder Handy Porträts aus dem Off machen.
  8. An einem Fluss oder See Steinchen werfen.
  9. Die Katze der Nachbarn während deren Weihnachtsurlaub versorgen.
  10. Kochen. Das Hantieren und die entpannten Gespräche in der Küche tun gut.
  11. Einen Brief an jemand in weiter Ferne schreiben. Mit Tinte.
  12. Die Lieblingsstrecke joggen.
  13. Mit einem Heißgetränk im Isolierbecher in einem der fast leeren Busse durch die Stadt fahren.
  14. Einer alten Dame, die selten Besuch bekommt, Weihnachtsgebäck bringen und ein wenig bei ihr sitzen.
  15. Das Wellness-Geschenkpaket mit einem Vollbad antesten.

Wer hat noch weitere bewährte Oasenorte?


13. November 2011

Papademos und Monti – leise Krisenmanager

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung porträtiert heute die beiden neuen Ministerpräsidenten in  Griechenland und Italien. Lukas Papademos und Mario Monti haben offensichtlich vieles gemeinsam: Sie sind hochintelligent. Sie haben für ihre ökonomische Ausbildung ausgezeichnete Lehrer gewählt, die beide später den Nobelpreis erhielten. Sowohl Papademos als auch Monti wurden früh Professoren und gelten als Wirtschaftsexperten.

Doch am interessantesten finde ich die Parallelen in den persönlichen Merkmalen:
Papademos wie Monti meiden den offenen Schlagabtausch und scheinen eher sach- als machtorientiert zu sein. Sie gelten beide als diszipliniert, fleißig – und auch als distanziert und Menschen mit wenigen Freunden.

Zwischen den Zeilen entsteht hier das Bild zweier leiser Menschen. Sie sind es nun, die in einer Zeit zur Macht berufen werden, die gute  Krisenmanager verzweifelt dringend und drängend braucht. Was befähigt besonders leise Menschen dazu, diese schwere Aufgabe zu bewältigen? Aus meiner Sicht helfen ihnen vor allem zwei Stärken:

Erstens können leise Menschen leichter als Extrovertierte die Sache vor die Person stellen und entsprechend handeln: konzentriert und auf das Wesentliche bezogen, eher nach sachlichen Notwendigkeiten als nach Kriterien des Machterhaltes und der Popularität. Sie sind weniger darauf angewiesen, selbst im Mittelpunkt zu stehen.

Zweitens sind leise Menschen – das lässt sich sogar neurobiologisch nachweisen – eher sicherheitsorientiert, während Extrovertierte eher auf Stimulation und Belohnung ausgerichtet sind. (Dies muss nicht so ausgeprägt sein wie bei Montis Vorgänger…)

Wir leben in einer politischen und wirtschaftlichen Situation, die Sachorientierung, Vertrauensbildung und Sicherheitsstreben zu hochattraktiven Eigenschaften macht. Genau diese können leise Menschen glaubwürdig vermitteln – besonders dann, wenn sie auch noch sehr kompetent sind.

Doch es gibt auch Schwierigkeiten, mit denen viele leise Führungspersönlichkeiten zu ringen haben.

Die erste und wohl größte Herausforderung ist die Überzeugungskraft. Wie werden es Papademos und Monti schaffen, starke Koalitionen hinter sich zu sammeln, visionäre Stärke zu entwickeln und Menschen zum Handeln (und zu Opfern) zu bewegen? Wie gut werden sie politische Partner und die eigene Bevölkerung motivieren und zu neuen Wegen zu ermutigen – in einer Zeit, in der die meisten frustriert, zornig oder sogar zynisch sind?

Zweitens sind Krisenzeiten auch Konfliktzeiten. Konfliktsituationen sind bei leisen Menschen unpopulär und werden gern gemieden. Dies ist innen- wie außenpolitisch aber gerade so gut wie unmöglich: Beide Ministerpräsidenten werden sich vor allem als Konfliktmoderatoren bewähren müssen und zwischen verschiedenen Lagern und Interessen zu vermitteln haben.

Ich bin gespannt, wie Papademos und Monti ihre neuen Positionen ausfüllen werden.
Alle guten Wünsche für zwei kluge, leise Menschen!


14. September 2011

Leise? Wieso leise?

Seit gestern twittere ich nicht nur unter meinem Namen, sondern auch unter dem Account @LeiseMenschen.
Zeit für eine Erklärung: Was bringt mich zu diesem Thema? Und was ist das Thema überhaupt?

Wie so manches Neue begann auch diese Geschichte mit Ärger.
Ich ärgerte mich in meinen Weiterbildungen, wenn extrovertierte Referierende ihre Art der Kommunikation für allgemeingültig oder überlegen hielten (mein Lieblingsantibeispiel: große Bewegungen!).
Ich ärgerte mich, wenn die introvertierten Menschen, mit denen ich so gern arbeite, diese Botschaften mit sich herumschleppten und sich selbst als unterlegen bewerteten: sei es beim Präsentieren, beim Verhandeln oder beim Aufbau von Kontakten.

Beide Ärger-Anlässe entsprechen nicht den Tatsachen.
Erstens: Introvertierte Stärken in der Kommunikation unterscheiden sich von denen extrovertierter Menschen.
Zweitens: Introvertierte sind genauso gut und erfolgreich in ihren Auftritten und Gesprächen – vorausgesetzt, sie kennen ihre Stärken wie ihre Hürden und handeln danach.

Viele der erfolgreichsten, klügsten und einfallsreichsten Menschen auf diesem Planeten sind leise Menschen.
Sie fallen nur nicht so auf.

Um wieder auf den Ärger zurückzukommen: Sich zu ärgern ist nur dann sinnbehaftet, wenn die freigesetzte Energie dann auch zu etwas gut ist. Ich habe meine genutzt, um ein Buch zum Thema zu schreiben, das bald erscheinen wird. Und ich nutze sie, um über leise Kommunikation zu informieren: zum Beispiel hier und auch auf Twitter, eben unter @LeiseMenschen.

Es ist an der Zeit. (Fortsetzung folgt…)